Fotos im Internet verkaufen

Mai 16, 2009

Runter von der Festplatte, rein ins Web: Über so genannte Microstock-Agenturen kann heute jeder seine Bilder verkaufen. Der Aufwand ist gering und Stars der Szene, wie der Däne Yuri Arcurs, haben dank der neuen Plattformen ihre erste ­Million verdient. Fotolia, iStock­photo & Co. bieten cleveren Freizeit-Fotografen die Chance, ein nettes Zubrot einzustreichen.

Der Mann, der seine Augen in der Hosentasche trägt, nennt sich meist nur „thepalmer“. Geboren auf Kuba, aber längst heimisch in Florida, hat es ihn für ein paar Tage nach Berlin verschlagen. Fotografen aus aller Welt, die ihre Aufnahmen bei der Online-Bildagentur iStockphoto anbieten, treffen sich dort zum Shooting. Die beiden blauen Augen, die Roberto A. Sanchez, User-Name „thepalmer“, aus seiner Jeans fingert, sind aus Glas – er hat sie extra mitgebracht, um eine Szene mit verrückten Wissenschaftlern zu inszenieren. Aus dieser Serie stammt auch unser Foto auf der vorherigen Doppelseite. Honorar: 22 Euro. Zu wenig? Fragen Sie mal Yuri Arcurs. Der Däne zuckt die Schultern, lächelt ebenso selbstbewusst wie schwiegermüttertauglich und sagt: „He, du sprichst mit einem Millionär.“ Verschiedene günstige Bildagenturen bescheren ihm einen fünfstelligen monatlichen Umsatz, allen voran Fotolia und iStockphoto – Arcurs, ein Micro­stock-Millionär, 30 Jahre alt.
Der Begriff Microstock steht für eine neue Generation von Bildagenturen, bei denen jedermann die Möglichkeit bekommt, seine Digitalfotos via Internet zum Verkauf anzubieten. Es ist der alte Traum, mit seinem Hobby Geld zu verdienen, der durch dieses Geschäftsmodell greifbar wird. Ein Versuch lohnt sich in jedem Fall, denn die Anmeldung kostet nichts. Die Agentur bezahlt pro verkauftem Bild zwischen 20 und 64 Prozent des Preises an den Fotografen. Einzige Voraussetzung, um dabei zu sein: qualitativ hochwertige Aufnahmen, denn bei jeder Agentur durchlaufen die Dateien eine Eingangskontrolle, bei der mehr als die Hälfte aller Uploads aussortiert wird.

Mehr zum Thema lesen Sie in der PHOTOGRAPHIE Ausgabe 4/2009.

Quelle: http://www.photographie.de/page.php?modul=Article&op=read&nid=4300&rub=35

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