street art Berlin

in Berlin gibt es an jeder Ecke Kunstwerke von Künstlern, die sich nicht den Galerien unterwerfen wollen und wegen der Kunst künstlerisch tätig sind.
Und so ist dieses Album jenen gewidmet deren Kunst so vergänglich ist.

 

Die Jugendkulturen Punk und Hip Hop machten sie die Streetart in den 70er-Jahren in Berlin zum Ausdrucksmittel. Heute erfährt die Straßenkunst zunehmende Anerkennung in der Gesellschaft. Streetart ist der Sammelbegriff für die Gestaltung im urbanen Raum und auf der Straße. Er umfasst verschiedene Stilrichtungen und Techniken, die in der Szene bestimmte Bezeichnungen besitzen.

Glossar

Adbusting: In kritischer Auseinandersetzung mit der Werbung im öffentlichen Raum ändern Künstler die Aussagen von Plakaten, indem sie sie verdrehen oder ins Lächerliche ziehen.
Blackbook: In ihrem Blackbook dokumentieren Streetart-Künstler ihre Arbeit. Es enhält Skizzen und Zeichnungen, Fotos oder Zeitungsartikel.
Bombing: Graffiti-Künstler bringen ihre Pieces und Tags quanititativ an möglichst vielen Orten innerhalb kurzer Zeit an.
Crossing: Übermalen von Werken anderer Künstler. Laut Ehrenkodex ist das Crossing nur Streetartisten erlaubt, die höhere Fähigkeiten besitzen, als der Vorgänger. Anderenfalls gilt es als verpönt.
Décollage: Auf Werbeflächen, an denen sich durch Überkleben eine dicke Schicht von Plakaten gebildet hat, erschaffen die Künstler durch teilweises Abreißen neue Werke.
Graffiti: Das italienische Wort graffito bedeutet übersetzt Schrift oder Zeichnung. Graffiti werden in den meisten Fällen mit Sprühdosen oder auch mit Malerrollen oder Pinseln und Farbe auf verschiedene Untergründe aufgetragen.
Installation: Künstler platzieren Objekte im öffentlichen Raum, die dort nicht hingehören, oder verändern bereits vorhandene Gegenstände wie Straßenschilder oder Ampeln.
Mural: Murals sind aufwendige Wandbilder, die Streetart-Künstler großflächig meist über ganze Fassaden von Häusern malen. Dabei handelt es sich häufig um Auftragsarbeiten.
Paste-Up: Streetart-Künstler gestalten ihre Werke vorab auf Plakaten, die sie mit Leim oder Kleister an die Wände auf der Straße kleben.
Piece: Pieces sind die Motive, die Streetart-Künstler im urbanen Raum mittels verschiedener Stile und Techniken verteilen.
Reverse Graffiti: Auf eine stark verschmutzte oder staubige Oberfläche zeichnen Künstler mithilfe von Bürsten oder Lappen sowie Reinigungs- und Lösungsmitteln ihre Werke.
Roll On: Bei der Roll-On-Technik arbeiten die Künstler mit Malerrollen und Teleskopstangen. Sie verwenden dazu stark deckende und langlebige Farben wie beispielsweise das lösungsmittelhaltige Bitumen.
Scratching: Überwiegend Tags und Schriftzüge werden in verschiedene Oberflächen wie Glas oder Plastik mithilfe von Steinen oder Scherben gekratzt.
Stencil: Bei der Schablonentechnik schneiden die Künstler ein Motiv aus Papier, Pappe oder dünnem Metall aus. Die Vorlage halten sie vor den gewünschten Hintergrund und sprühen das Bild auf. Diese Technik eignet sich gut dazu, das selbe Motiv an verschiedenen Orten anzubringen.
Sticker: Einfach oder aufwendig gestaltete Aufkleber, die sich schnell auch im Vorbeigehen anbringen lassen. Häufig werden günstige Paketaufkleber verwendet und mit Tags, künstlerischen Motiven oder politischen Aussagen bestückt.
Streetart: Der Begriff Streetart etablierte sich ab etwa 2005. Er bezeichnet allgemein alle Formen von urbaner Kunst im öffentlichen Raum.
Tag: Tags sind die Kürzel oder Pseudonyme der Künstler. Sie bringen sie unter ihren Werken oder alleinstehend an, um einen Wiedererkennungswert zu schaffen.
Tapeart: Künstler kleben an Strichzeichnungen erinnernde Werke mithilfe von Gaffa Tape und Klebeband auf den jeweiligen Untergrund.
Urban Art: Urban Art ist eine andere Bezeichnung für Kunst im öffentlichen Raum, die von dem heute gebräuchlicheren Begriff Streetart abgelöst wurde.
Writer/Writing: Writing ist eine Form des Graffiti, bei der die Künstler mit Schriftzügen, hauptsächlich Tags, arbeiten.

Struktur und Korn in zwei Farben

Hell und Dunkel oder Schwarz und Weiß

– auf den ersten, flüchtigen Blick sind die Möglichkeiten der Schwarzweißfotografie begrenzt. Wer allerdings genauer hinsieht, entdeckt einen ganzen Baukasten kreativer Möglichkeiten, wenn es darum geht, Bilder auf Schwarzweißfilm zu bannen. Ein entscheidendes Kriterium ist dabei die Wahl des richtigen Filmtyps.
Schwarzweißfilme sind auch heute noch in großer Zahl im Handel erhältlich. Vor allem in der künstlerischen und in der Reportagefotografie kommen sie bevorzugt zum Einsatz. So unterschiedlich die Filmtypen auch sind, sie sind alle nach dem gleichen Prinzip aufgebaut: Das Bild entsteht in einer lichtempfindlichen Emulsion, die mit einer Gelatine-Schutzschicht überzogen ist. Die Emulsion beinhaltet Silberhalogenide, die auf Licht reagieren und so das Bild aufnehmen. Das Ganze ist auf einem Filmträger aufgebracht, der früher aus Nitrozellulose bestand und extrem feuergefährlich war. Roll- und Großformatfilme haben außerdem noch eine Lichthofschicht, die Überstrahlungen durch helle Bildelemente verhindert.

Offensichtliches Unterscheidungsmerkmal für Schwarzweißfilme ist ihr Korn, jene kornartige Struktur, die umso stärker hervortritt, je größer ein Bild auf Papier abgezogen wird. Das Scannen von Schwarzweißnegativen erfordert etwas mehr Finesse als das Scannen von anderen Vorlagen. Im Vorteil ist, wer einen Scanner mit kornreduzierender Software betreibt. Grundsätzlich gilt: Je empfindlicher ein Film, umso grobkörniger ist er. Deutlich sichtbares Korn muss nicht immer schlecht sein – es kann auch ganz bewusst zur Bildgestaltung eingesetzt werden.

Feineres Korn

Feineres Korn haben sogenannte Flachkristallfilme. Allerdings bringen diese Filmtypen eine Reihe anderer Besonderheiten mit, die der Fotograf beachten muss. Sie verlangen meist nach einer wesentlich genaueren Belichtung als Filme mit klassischer Emulsion. Außerdem wirken auf Emulsion mit Flachkristallen aufgenommene Fotos oft technischer und kühler als Bilder, die auf herkömmliche, Emulsionen belichtet wurden. Wenn Flachkristallfilme typgerecht entwickelt werden, so garantieren sie die volle Bandbreite an Grautönen – darin liegt ihr großer Vorteil.

Mit einer angepassten Entwicklung lassen sich bei allen Filmtypen deren besondere Eigenschaften verstärken oder vermindern. Ein mit entsprechendem Entwickler schneller entwickelter Film weist meist eine steilere Gradation auf als ein normal entwickelter Film. Durch gezieltes Pushen (also knapper belichten und dafür länger entwickeln) lässt sich beispielsweise die Gradation verstärken, es gibt weniger graue Zwischentöne. Bei der Pull-Entwicklung (stärker belichtet, dafür kürzer entwickelt) lassen sich Negative mit flacherer Gradation erzeugen, sie wirken ausgeglichener.

Fotografieren auf Schwarzweißfilm erfordert einen etwas anderen Blick als Farbfotografie. Zwei unterschiedliche Farben können im Schwarzweißbild die gleichen Graustufen haben, wenn sie ähnlich hell sind. Dafür bietet sich Schwarzweiß an, um Strukturen, hell und dunkel herauszuarbeiten, um den Blick auf wesentliche Elemente zu lenken. Schwarzweißfotografie ist deshalb etwas anderes als Farbfotografie ohne Farbe.

Vor allem bei Spezialanwendungen

Vor allem bei Spezialanwendungen wird heute noch gern auf Schwarzweißfilme zurückgegriffen. So bieten Infrarotfilme ungewöhnliche Effekte, auch Infrarot-nahe Filme garantieren diese Effekte, wenn auch in abgeschwächter Form. Orthochromatische Filme liefern höchstes Auflösungsvermögen, zeigen aber wenig bis gar kein Rot.

Schwarzweißfilme bieten den Vorteil, dass sie fast überall mit wenig Aufwand entwickelt werden können. Außerdem sind sie bei mittelfristiger Lagerung, beispielsweise auf Reisen, recht unempfindlich gegen äußere Einflüsse wie Hitze oder hohe Luftfeuchtigkeit. Auf Dauer sollten Filme aber trocken und kühl, zum Beispiel im Kühlschrank, gelagert werden. Für langfristige Lagerung können Filme auch eingefroren werden, sie behalten ihre Eigenschaften dann über viele Jahre. Allerdings müssen diese Filme vollständig aufgetaut sein, bevor sie ausgepackt werden, da sonst Kondenswasser eindringen kann.

Das Fotografieren auf Schwarzweißfilm ist der erste Schritt zur Kunst. Im Labor, wenn das Bild vom Negativ aufs Papier vergrößert wird, vervielfachen sich die Möglichkeiten der Bildgestaltung nochmals.

Quelle: Prophoto